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Das Lied von der Ordnung

Jura Soyfer
Lingua: Tedesco


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[1932]
Versi di Jura Soyfer (1912-1939), di famiglia ebraica originaria di Charkiv (Impero russo, oggi in Ucraina), giornalista e scrittore, viennese d'adozione.
Pubblicati nel 1932 sul quotidiano socialista austriaco “Arbeiter Zeitung”



Nel 1981 questa e altre canzoni di Jura Soyfer, compreso il suo famoso Dachaulied, composto insieme ad Herbert Zipper nel primo periodo della sua prigionia, sono state riproposte dal gruppo viennese Schmetterlinge nel loro disco intitolato “Verdrängte Jahre”.
Daß wir Hunger haben, ist nicht wichtig,
Nebensache, daß wir betteln gehn,
Unsere Klagen weist man ab als nichtig,
Hauptsache: Die Ordnung bleibt bestehn!
Wer's noch nicht gemerkt hat, mag's jetzt hören:
Eine Ordnung gibt's auf dieser Welt,
Sie ist da, damit wir sie nicht stören,
Und wir halten sie, weil sie uns hält!

Die Erde ist von Ost bis West,
Von Singapur bis Budapest,
Glänzend organisiert!
Dreißig Millionen gehen stumm
In Reih und Glied vor Hunger krumm,
Wer nicht mehr gehen kann, fällt um,
Das klappt, als wär's geschmiert!
Gibt's zu viel Brot? Dann heizt mit Brot!
Gibt's zu viel Menschen? Schießt sie tot!
Die Ordnung schuf der liebe Gott,
Wir frieren, krepieren in Tritt und Trott,
Die Ordnung funktioniert!

Ach, man merkt von ihr oft Jahr für Jahr nichts,
Manchmal glauben wir schon, sie wär hin,
Ihr habt alles, und wir haben gar nichts:
Ist das die Ordnung oder hat das Sinn?
Aber schreien wir das in die Straßen
Von Neuyork, von London, von Schanghai,
Wollt ihr uns nicht länger zweifeln lassen,
Und es bleut uns ein die Polizei:

Die Erde ist von Ost bis West,
Von Singapur bis Budapest,
Glänzend organisiert!
Dreißig Millionen gehen stumm
In Reih und Glied vor Hunger krumm,
Wer nicht mehr gehen kann, fällt um,
Das klappt, als wär's geschmiert!
Gibt's zu viel Brot? Dann heizt mit Brot!
Gibt's zu viel Menschen? Schießt sie tot!
Die Ordnung schuf der liebe Gott,
Wir frieren, krepieren in Tritt und Trott,
Die Ordnung funktioniert!

Alles geht in schönster und in bester
Ordnung! Und wir müssen mit ihr mit –
Doch je mehr wir werden, desto fester
Dröhnt auf allen Straßen unser Tritt!
Gestern hielten wir noch fromm die Ordnung. –
Heute wankt sie. – Wird sie morgen stehn?
Und wir fragen: Muß es stets in Ordnung,
Muß es stets in dieser Ordnung gehn?

Wir fragen euch von Ost bis West,
Von Singapur bis Budapest,
Trotz Knüppel und Gewehr!
Wir, die wir hungern überall,
Weil Ordnung auf dem Erdenball,
Wir fragen euch, wie es einmal
Mit einer andern Ordnung wär?
Heut gehn wir mit der Ordnung mit,
Doch morgen fallen wir aus dem Schritt,
Wir fallen aus dem Hungertrott,
Trotz Fabrikant und liebem Gott.
Und morgen, und morgen,
Da wird in Front marschiert!

inviata da Bernart Bartleby - 17/9/2016 - 21:18



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