Chaoze One

Canzoni contro la guerra di Chaoze One
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Chaoze OneChaoze One ist zurück. Der heimatlose Rapper, der inzwischen Mannheim sein Zuhause nennt, releaste im Januar 2007 endlich seinen neuen Longplayer. 'Fame' heisst die neue Platte und entstammt nicht der englischen, sondern der italienischen Semantik (und bedeutet 'Hunger'). Rap.de liess sich nicht lange bitten und handelt die Platte als ersten “Kanditaten für das Deutschrap Album 2007” und die Backspin attestiert dem Mannheimer eine neue Reife. Auch die 'Intro', die 'Junge Welt' oder HipHop.de urteilen durchweg positiv: “Wer Inhalt und politische Themen such im deutschen Rap ist hier genau richtig”.

Chaoze One erzählt in 18 Tracks Geschichten aus seinem Leben und rutscht dabei so manches mal in die politische Analyse eines globalisierten Kapitalismus und dessen Auswirkungen auf den kleinsten Teil, nämlich Jeden von uns. Trotzdem werden ihm Titel wie 'Polit-Rapper' nicht gerecht, denn Chaoze ist weit mehr als das. Er schafft den Spagat zwischen persönlichen und politischen Texten so spielend, dass eine Klassifizierung kaum möglich erscheint. Der Bezug 'Hunger' passt sowohl zu Chaoze Ones Hunger nach Leben und intensiven Erfahrungen als auch zum Hunger nach einem besseren Leben, nach "Luxus und Solidarität". Natürlich hat Chaoze auch dieses Mal sein Umfeld bemüht und mit Lotta C., Deadly T, Perspectives, der Microphone Mafia und Nic Knatterton, Sista Zoum (Frankreich) oder auch Greis (Schweiz) internationale Gäste. An den Turntables vervollständigt sich das Lineup durch DJ Ra und DJ 12 Finger Dan, die jeweils ihre Cuts zu den Stücken beigetragen haben. Ansonsten gibt Chaoze One selten das Zepter ab und so sind alle Produktionen einzig und allein von ihm, nur beim Mix und Mastering ließ er sich von Tabou unter die Arme greifen.


Chaoze One ist kein Newcomer, sondern seit nunmehr sieben Jahren aktiv. Er macht Rap, mag Rap aber er will nicht Rap machen müssen. Hannes Lohs [Ex MC der legendären Anarchist Academy und langlähriger Buchautor] Fazit: “Deutlicher als er hat noch keiner der neuen deutschen Battlehärte und den patriarchal-pubertären Besamungsphantasien der politisch bewusstlos vor sich hin dumpfenden HipHop-Stammtischler eine Absage erteilt." Denn Chaoze One ist anders. Oder wie Hannes Loh passend in der Intro verfasst hat: “Er ist kein Autonomer, der rappt, er ist ein Rapper, der autonom denkt und reimt.” Und das merkt man. Meint Loh. Und das zeigt sich auch. So bestritt der Rapper bereits unzählige Gigs auf Kleinlastern um Demonstrationen musikalisch zu begleiten, brachte sich als Künstler in politische Kampagnen ein, tritt dort auf wo es weh tut – nämlich da wo Rassismus und Diskriminierungen ein mehr als deutlicher Bestandteil des Alltags sind. Selbst der Übersteiger aus dem Herzen von St. Pauli formuliert hochtrabend: “der junge Rapper (...) hat den Support durch andere nicht ernsthaft nötig. Musikalisch und textlich oberstes Level, und fürwahr hat das Einmann-HipHop-Projekt das Zeug dazu, zu einem der besten Acts in diesem unseren Lande zu werden”.

Ja richtig gehört. “Ein Mensch Projekt” ist der passende Ausdruck für einen der “autarksten Künstler der Szene”. Musik, Texte, Homepage, Cover, alles managt der junge Rapper selbst. Und das ganz bewusst. Denn Kompromissbereitschaft gehört, was seine künstlerische Tätigkeit angeht, nicht zu seinen Stärken. Der charismatische Rapper schafft es in seinen Live Shows in einer Symbiose aus Beat, Rap und Bühnenpräsenz selbst die letzten Skeptiker vor die Bühne zu ziehen. Wohl nicht zufällig durfte Chaoze One deshalb 2007 auch mehrere Konzerte der Europa Tournee von Manu Chao eröffnen, spielte beim G8 in Heiligendamm zur Unterstützung des Protests zusammen mit Bands wie Kettcar, Jan Delay, Dendemann, Wir sind Helden, Chumbawamba oder Juli.