Dieter Dehm

Canzoni contro la guerra di Dieter Dehm

Diether Dehm (* 3. April 1950 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Musikproduzent, Liedermacher und Politiker (SPD/PDS/Die Linke). Dem deutschen Bundestag gehörte er 1994 und seit 2005 an. Der von ihm geschriebene Song 1000 und 1 Nacht war 1984 mehrere Wochen in den Charts. In den 1970er Jahren wurde Dehm vom Ministerium für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter geführt. Dehm erklärte dazu, dass er unwissentlich als Quelle abgeschöpft worden sei.

Dehm besuchte die Frankfurter Helmholtzschule, studierte Sonder- und Heilpädagogik und absolvierte 1972 die Diplomprüfung; 1975 wurde er zum Dr. phil promoviert. Er ist Geschäftsführer des Musikverlags „Edition Musikant GmbH“, im Gesellschafterausschuss von Hitradio FFH, Autor, Unternehmer und MdB. Ab 2004 war Dehm Lehrbeauftragter an der Hochschule Fulda, wo er Kulturmanagement und Kreativschreiben unterrichtete. Dehm ist Mitglied im Deutschen Textdichter-Verband.

In den späten 1960er Jahren begann Dehm, eigene Protestlieder zu schreiben und vorzutragen. Er war Preisträger bei den Internationalen Essener Songtagen für sein Lied Karriere. LPs mit Songs von ihm sind: Der Sänger mit den besseren Liedern ; Goya malt Karl den IV. (1982 mit Albert Mangelsdorff, Manfred Schoof, Heiner Goebbels u. a.); Abweichend (mit bots 1984); Arbeiterlieder (mit Heiner Goebbels u. a.); Das weiche Wasser (1988 mit Willy Brandt, Heinz Rudolf Kunze, Götz George, Senta Berger u. a.).

Eine Zeitlang nutzte Dehm den Künstlernamen Lerryn, zu dessen Entstehung es unterschiedliche Narrative gibt. Er selbst, er habe diesen Namen nach dem schottischen Ort Lerryn ausgewählt, indem er mit geschlossenen Augen auf eine Landkarte tippte . Laut taz und Spiegel hingegen ist „Lerryn“ ein Kofferwort aus zwei Spitznamen Dehms, nämlich Larry und Lenin.

Dehm begründete 1971 in Frankfurt die städtische Reihe Lieder im Park, die danach von mehreren bundesdeutschen Städten kopiert wurde. Dabei arbeitete er eng mit dem Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann zusammen, der fortan Dehms Kulturprojekte in seinen Büchern bundesweit zur Nachahmung empfahl. 1974 gehörte er zu den Mitgliedern des Koordinationsausschusses der AG Song – Arbeitsgemeinschaft der Liedermacherinnen und Liedermacher, die zeitweise 1400 Liedermacher umfasste.

Dehm übersetzte die Songs Was woll’n wir trinken 7 Tage lang, Das weiche Wasser bricht den Stein sowie Aufsteh’n ins Deutsche, die durch die niederländische Folkrock-Band Bots bekannt wurden. Ab 1980 betätigte er sich als Autor und Co-Autor diverser Musik-, Rock- und Kabarett-Künstler wie Klaus Lage, Dieter Hildebrandt und Albert Mangelsdorff.

1983 gründete er sein eigenes Schallplattenlabel Musikant unter dem Dach der EMI Elektrola. 1985 war er an der Gründung des Vereins Künstler in Aktion beteiligt, er wurde gemeinsam mit Klaus Lage, Udo Lindenberg, Heinz-Rudolf Kunze und Dietmar Schönherr Vorstandssprecher.

Er ist Autor diverser Unterhaltungs- und Satire-Sendungen im Fernsehen (z. B. Hurra Deutschland oder Öko-SAT mit Stephan Wald, Ingolf Lück, Hans Werner Olm). Ab 1989 war er Manager und Medienberater von Katarina Witt, Klaus Lage, bots, Stoppok und Andreas Wecker. Ab 1990 arbeitete Dehm an dem 1996 gesendeten Fernsehfilm Die Eisprinzessin, Text und Musik Diether Dehm, in der Titelrolle Katarina Witt. Dehms Musical Stars, wurde 1996 in Nordhausen uraufgeführt.

Dehm hat (meistens als Liedtexter) über 600 Lieder auf Tonträgern veröffentlicht, unter anderem mit und für Joe Cocker, Curtis Stigers, La Bouche, Christopher Cross, Ute Lemper, die Drum-Performance Stomp und in Deutschland mit und für Klaus Lage, Anne Haigis, bots, Heinz Rudolf Kunze, Udo Lindenberg, Emma, Stoppok, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Hans Werner Henze, Tony Carey, Zupfgeigenhansel, Gisela May, Sebastian Krumbiegel, Geier Sturzflug. Sein meistverkauftes Lied ist 1000 und 1 Nacht, das Klaus Lage 1984 aufnahm.

Im Jahr 2000 entstand der Milchmädchenreport, der im Berliner Ensemble und im Staatstheater Kassel aufgeführt wurde. Seit Jahren arbeitet Dehm mit Künstlern wie Peter Sodann, Konstantin Wecker, Rolf Hochhuth oder der Thüringer Band Emma zusammen.

2006 erschien Dehms Album Adelante con Rosa, Brecht y Che, auf dem er u. a. Texte von Pete Seeger, Rosa Luxemburg, Che Guevara und Bertolt Brecht verarbeitete. Auf der 2012 erschienenen CD "Grosse Liebe.Reloaded" des Bandprojektes "Diadem" interpretiert er eigene Lieder sowie Titel der Beatles.

Mit 15 Jahren trat Diether Dehm der Jugendorganisation Die Falken bei. Auch bei den Jusos war er aktiv und trat in die SPD (Bezirk Hessen-Süd) ein.

Zur Bundestagswahl 1990 kandidierte er auf der Landesliste der Hessen-SPD. 1993 wurde er in den Magistrat der Stadt Frankfurt gewählt, dem er bis 1997 angehörte. Am 18. August 1994 rückte er für die Abgeordnete Barbara Weiler in den Bundestag nach.

Von 1995 bis 1997 war er Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD. 1997 wurde Dehm zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD-Unternehmer gewählt. Er unterstützte Kultur- und Zeitschriftenprojekte, u. a. die Zeitschrift spw.

Wegen Auseinandersetzung über die parlamentarische Vorbereitung des Jugoslawien-Kriegs geriet er zunehmend in Konflikt mit der SPD-Spitze. 1998 verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft zusammen mit 24 weiteren Frankfurter Sozialdemokraten die SPD.

Am Tag der Bundestagswahl 1998 gab er seine Eintrittserklärung beim Kreisverband Frankfurt am Main der PDS ab und war von 1999 bis 2003 stellvertretender Bundesvorsitzender der PDS. Er wurde zweimal wiedergewählt. Seine Bundestagskandidatur als Spitzenkandidat der PDS Niedersachsen im September 2002 blieb erfolglos, da die PDS die Fünf-Prozent-Hürde verfehlte.

Bei der darauf folgenden so genannten Wachbuchaffäre soll Dehm laut einem Pförtner in der PDS-Parteizentrale und einem Eintrag in das Wachbuch eine Anweisung erteilt haben, darauf zu achten, dass Dietmar Bartsch, vorheriger Bundesgeschäftsführer der PDS, keinerlei Unterlagen aus dem Haus schaffe. Dehm bestritt, eine derartige Anweisung erteilt zu haben. Die Affäre trug zum vorzeitigen Rücktritt von Gabi Zimmer im Sommer 2003 bei, der im Juli zum Berliner Sonderparteitag führte.

Im März 2003 kandidierte Dehm für das Oberbürgermeisteramt in Lörrach. Da es zur CDU-Kandidatin, der amtierenden Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm, keinen SPD-Gegenkandidaten gab, erreichte er mit 17,7 % das bisher höchste Ergebnis der PDS bei einer Wahl im Westen.

Im Juli 2003 scheiterte er auf dem Berliner Sonderparteitag bei der Wiederwahl in den Bundesvorstand der PDS. 2004 wurde Dehm Landesvorsitzender der PDS-Niedersachsen. Am 9. Juli 2005 wurde er zum Spitzenkandidaten der Linkspartei.PDS zur Bundestagswahl 2005 in Niedersachsen gewählt. Im September 2005 zog Dehm nach 1994 erneut in den Deutschen Bundestag ein.

Von November 2005 bis Dezember 2009 war Dehm Vorsitzender des der Linkspartei nahestehenden Unternehmerverbandes OWUS.

Am 8. September 2007 wurde er auf dem niedersächsischen Gründungsparteitag in Hannover zusammen mit Kreszentia Flauger in einer Doppelspitze zum Vorsitzenden im Landesverband der Linken gewählt. Dieser erlangte unter seiner Führung bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2008 7,1 % der Stimmen. Im November 2008 wurde er mit 81 % zum Landesvorsitzenden wiedergewählt. Bei der Wahl 2009 zog Dehm erneut als Spitzenkandidat der niedersächsischen Linken in den Bundestag ein. Auf dem 2. Bundesparteitag im Mai 2010 in Rostock wurde er in den Parteivorstand gewählt. Im November 2010 trat er bei der Wahl für den Landesvorsitz seiner Partei in Niedersachsen nicht wieder an.

Im Dezember 2010 wurde Dehm in Paris zum Schatzmeister der Europäischen Linken gewählt und erneut beim Kongress 2013 in Madrid mit dieser Aufgabe betraut. In seinem Aufgabenbereich steht auch das Projekt „Europäisches Kulturnetzwerk“. Diese Idee wurde gemeinsam in Gesprächen mit Gregor Gysi, Pierre Laurent, Mikis Theodorakis und dem Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia entwickelt.

Dehm ist einer von vier Bundestagsabgeordneten der Linken aus Niedersachsen. Wahlkreisbüros befinden sich in Hannover und Wolfsburg. Dehm ist europapolitischer Sprecher seiner Fraktion und Mitglied des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Weiteres Aufgabenfeld ist seine Arbeit als mittelstandspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag. Weiterhin ist er stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses "Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik" und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien sowie des Ausschusses für Wirtschaft und Energie.

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